Donnerstag, 27. Juni 2013

Stoffkombis-was passt zu welchem?



Ich liebe Patchwork. Aber nicht im eigentlichen Sinne, so dass ich kleine Stoffreste „aneinanderstückele“, sondern vielmehr die Kombination verschiedener, vornehmlich gemusterter, Stoffe miteinander in einem (Kleidungs-)Stück. Applikationen sind dabei nicht ausgeschlossen, jedoch genügt es mir meist, die verschiedenen Schnittteile eines Kleidungsstückes aus verschiedenen Stoffen zuzuschneiden.
Ein ausgewogenes Verhältnis der Stoffanteile heißt dabei nicht mengenmäßig gleiche Anteile, sondern eher eine Staffelung von viel zu wenig, bis hin zu einem kleinen Akzent. Auch sollte man eine Wiederholung eines Stoffes, eines Musters oder einer Farbe insbesondere der kleineren Stoffanteile in Betracht ziehen.
Aber passt Alles zu Allem?
Im Grunde genommen, ja! Erlaubt ist, was gefällt und die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden. (Die Frage ist, ob man eine bestimmte Wirkung erzielen möchte: schrill- auffallend - dezent - harmonisch…Kontrast oder Gleichklang)
Bisher bin ich meistens meinem Instinkt gefolgt, bei der Auswahl meiner „Patchwork“-Stoffe, dennoch wollte ich ergründen, ob man einige Regeln aufstellen könnte, die in ihrer Befolgung stets ein spannungsreiches bzw. gewolltes Ergebnis nach sich ziehen.
Für diejenigen, die sich fragen, warum ihre Stoffauswahl sie nicht so überzeugt, wie die der Freundin(die vielleicht auch nur nach Gefühl handelt, es aber einfach „im Gefühl hat“), will ich hier ein paar Tipps für spannende Stoff-Kombis geben.
Zunächst zu den Farben:
Grundsätzlich stehen gesättigte(intensiv- leuchtende) Farben in einem spannenden Verhältnis zu ungesättigten( gedämpften) Farben. Die intensiven Farben werden in ihrer Wirkung abgeschwächt, die Gedämpften werden aufgepeppt. Ein knalliges Pink wirkt neben einem gesättigten Braun oder Grau nur noch halb so grell. Möchte man jedoch genau diesen grellen Effekt noch verstärken, kombiniert man zu dem Pink einen ebenso intensiven Farbton, z.B. Orange.

Komplementärkontrast:
Zum Komplementärkontrast gehören immer zwei Farben, welche sich auf dem Farbkreis gegenüberstehen und im Idealfall bei ihrer Vermischung ein neutrales Grau ergeben(Orange+Blau, Rot+Grün, Gelb+Violett). Aber ein Komplementärkontrast muss sich nicht nur auf die 6 (erweiterten)Grundfarben beziehen. So stehen z. B.  Rosa(von Rot) und Grün in einem nicht ganz so starken Komplementärkontrast, ebenso wie Gelb und Flieder, Hellbraun/Beige und Violett, Orange und Graublau, Türkis und Lachs, helles Oliv und Weinrot ….usw.

"sanfter" Komplementärkontrast: Rosa-Hellgün

Ton in Ton:
…Kann ganz schön langweilig sein, wenn der einzelne Farbton in seinen Variationen tatsächlich nur heller oder dunkler ist. Viel spannender ist es, auf dem Farbkreis(ausgehend von einem Farbton) „umherzuwandern“ und zum Beispiel zu einem Gelb ein leicht grünstichiges Gelb zu kombinieren. Je nachdem wie groß die „Schritte“ werden, trifft man auf Kombinationen von Rot und Violett oder Blau und Türkis.

Ton in Ton: Grün
Ton in Ton: Grün, Muster: unregelmäßig- symmetrisch







Muster:
Ob Blümchen, Ornamente, Steifen oder Punkte, man kann eine wesentliche Unterscheidung für alle Muster treffen: nämlich regelmäßig(symmetrisch )oder unregelmäßig gemustert. Kombiniert man hier zwei unterschiedliche Kategorien miteinander, entsteht ein ähnlich ergänzendes Spannungsverhältnis, wie bei gesättigten und ungesättigten Farben. Verspielte Lebendigkeit(Unregelmäßige Muster) geht eine Symbiose mit  Ruhe und Kontinuität(symmetrische Muster)ein. Es kommt also viel weniger darauf an, immer Punkte mit Punkten, oder genau gegenteilig Punkte mit Blümchen zu kombinieren, sondern das Wesen des Musters zu erkennen.








Natürlich muss man nicht von vornherein, nach diesen “Regeln“ seine Stoffauswahl treffen. Viele Stoffkombis entstehen auch bei mir, per Zufall. Aber es gibt Tage, an denen man nach etwas Passendem sucht und es einfach nicht findet. Vielleicht kann einem da die ein- oder andere Überlegung helfen.

Freitag, 14. Juni 2013

Ritterhemd für kleine Leut´

Anlässlich des diesjährigen Ritterfestes in Hohenberg hatte ich ein paar "Ritterfotos" meiner Kinder auf Facebook gepostet. Promt kam die Frage nach einen Kinder-Ritter-Gewand auf.
So ein Hemdchen ist nicht schwer zu nähen, erste Faustregel- lieber zu groß, als zu klein, besonders bei den Kleinen, damit das Anziehen nicht zur Tortur wird. Positiver Nebeneffekt, da die Kinder hauptsächlich in "die Länge"und nur wenig in "die Breite" wachsen, man kann so ein Ritterhemd gut 3 Jahre anziehen.
Natürlich ist dann die Passform nicht in jedem Jahr perfekt, aber das ist doch nur umso authentischer, da Kinder im Mittelalter kaum eigene Kleidung besassen, sie bekamen einfach das, was von den Erwachsenen übrigblieb.
Ebenso würde ich so ein Kindergewand als "unisex" bezeichnen(die Länge variiert im Laufe der Zeit ja sowieso). Männer- und Frauengewänder waren zu einigen Zeiten des Mittelalters ohnehin fast gleich.

Nun gut, als Beispiel habe ich das Hemdchen meines Sohnes vermessen(solch einfache Sachen nähe ich meist ohne Schnitt, im Grunde sind die Maße aber ausreichend), welches er von 1-3 Jahren angehabt hat, anfangs wadenlang mit zweifach umgeschlagenen Ärmeln.




Zur Einfachheit habe ich die Maße auf "angeschnittene" Ärmel umgerechnet(das Hemdchen von mir hat "ausgeschnittenen Ärmel").

Maße wie folgt:

 1  Brustweite/Schulterweite = 40cm
 2  Halsausschnittbreite = 10cm
 3  untere Saum-Breite = 50cm(für Mädchenkleider gern auch etwas mehr)
 4  gerade Oberteil-Länge(ich weiß nicht, ob es dafür eine richtige Bezeichnung gibt) = 20 cm
 5  Gesamtlänge = 55cm
 6  Ärmelweite oben = 40cm
 7  Ärmelweite unten = 24cm
 8  Ärmellänge = 27cm
 9  Schlitz- Ausschnitt = 14cm
10 Auschnitt-Tiefe vorn = 4cm
11 Ausschnitt-Tiefe hinten = 2cm
...Nahtzugaben sind bereits einkalkuliert, da alles reichlich bemessen ist, kommt es auf 1cm mehr oder weniger nicht so an.
Abgesehen vom Ausschnitt kann man Vorder- und Rückenteil auch gleichzeitig(doppelt gelegter Stoff) zuschneiden, ebenso wie die Ärmel.





Nähen dann wie folgt: Schulternähte schließen(oder gleich am Bruch zuschneiden), Ärmel seitlich ansetzen, Seitennähte schließen, Halsauschnitt versäubern - eventuell mit einem Beleg(Kopfgröße/Halsausschnitt vorher testen) -"Pattydoo" hat das sehr schön auf ihrem Blog (khttp://www.pattydoo.de/naehlexikon/#beleg)erklärt- deshalb spar ich mir hier mal die Details, Ärmelbündchen und Saum versäubern.
Wer möchte kann natürlich die sichtbaren(oder auch die unsichtbaren) Nähte von Hand umnähen, dabei kann man z.B. auch den Halsausschnitt ganz schmal(doppelt) umschlagen und spart sich einen Beleg. Bindebändchen noch dran - bei Mädchenkleidern mache ich den Schlitz auch gern mal auf der Rückseite...

Das war jetzt die Kurzfassung, bei Fragen stehe ich aber gern zur Verfügung.


Montag, 10. Juni 2013

...mit einer Strumpfhose fing alles an...

Wie bereits erwähnt, tat es mir immer um meine schönen bunten  Socken und Kniestrümpfe leid, die leider ziemlich schnell an Fersen und Zehenspitzen kaputtgingen/gehn. Gleichzeitig viel mir auf, dass man kaum(nur in einer Größe) Puppenstrumpfhosen zu kaufen bekommt, und diese dann teurer sind als richtige Kinderstrumpfhosen.
Was also lag näher, als auf wirklich simpelste Weise aus alten Kniestrümpfen, meinerseits, Puppenstrumpfhosen zu machen?
Und das geht so:



Kniestrumpf der Puppe über beide Beine anziehen(ich gehe davon aus, dass der Strumpfbund in etwa der Taille der Puppe entspricht -sonst geht es nicht) -Länge abschneiden -Schritt kennzeichnen - Strumpf wieder ausziehen- Strumpf von unten mittig bis zur Schrittmarkierung einschneiden-Fussenden noch leicht runden- Schrittnaht auf links schließen -wenden - fertig!


















Genial, oder?





....her mit den Socken, aus Alt mach´ Neu!

Meine meist bunt gemusterten Socken und Kniestrümpfe sind einfach immer viel zu schade zum Wegwerfen, deshalb verwende ich die Gelöcherten noch gern für Puppenkleidung.
Der Vorteil des super-dehnbaren Stricks ist, dass man nicht so genau auf die Passform achten muss, selbst schmale Ärmel lassen sich an-und ausziehen, bei Stoffpuppen mit voluminösen Händen und Füssen einfach super(einziger Nachteil bei den Barbies, sind die einzelnen Finger). Auch alte Kinderbodies oder Pullis in geliebten Farben finden wieder Verwendung. Dafür empfehle ich unbedingt eine sogenannte Ball Point-Nähnadel, da gebrauchter Jersey beim Nähen schnell kaputtgeht.
Bündchen und dergleichen werden natürlich weitestgehend erhalten, das spart Arbeit, sieht sauber aus und hält auch länger.



...natürlich sind auch die Puppen-Jeans aus alten Jeans entstanden, wichtig ist es, einen dünnen Jeansstoff auszuwählen...nicht versäuberte Kanten fixiere ich gern mit Textilkleber, eine Methode, die auch oft zur Verlängerung der Lebensdauer bei gekaufter Puppenkleidung zum Einsatz kommt.



Donnerstag, 6. Juni 2013

Kontra den Glitzerkleidern

Hallo,
heute mal wieder was zum nachmachen.
Ja, ich habe es eingesehen, ich habe zwei Mädels(nicht zu vergessen meinen Sohn) die jetzt das Barbie-Alter erreicht haben. Und auch wenn es mir schwerfällt es zuzugeben, man kann damit super schön(super lange, und auch alleine - ohne Mama) spielen. Die Absolution ist hiermit erteilt!
Bis jetzt wurden von mir alle Puppen mit zusätzlicher Kleidung ausgestattet(mein Sohn ist einer der wenigen Kinder, die sich über Piraten- und Ritter-Puppenkleidung freuen durften). Auch wenn es mir mehr Spass machte, Stoffpuppen einzukleiden, so gibt mir der Erfolg Recht, jetzt auch in die Barbie-Ära einzusteigen. Mit den richtigen Stoffresten ist ein einfaches Barbiekleid einfacher genäht, als gedacht. Die Stoffreste sind so klein, dass man sie quasi aus dem Mülleimer wieder rausfischen kann, auch das Satinband ist augenscheinlich nicht neu - zum Bügeln war keine Zeit.

Wichtig ist ein Rest BW-Bündchen, das sich super einfach verarbeiten lässt und garantiert passt. 

Ich denke anhand der Bilder kann man schon fast alles nachvollziehen.

Der Strickbund ist ca. 10cm breit, 9cm lang(wird doppelt zus.gelegt), das restliche Rockteil 33cm breit und 12cm lang(oder länger) - ca. 5mm Nahtzugabe inclusive.
(P.S. auf dem Foto ist der Srickbund 9x9 cm - ist aber etwas eng geworden, deshalb lieber 10cm)

Das Satinband wird mittels großer Nadel in geschätztem Abstand(ich hoffe das ist auf dem Bild zu erkennen) einfach vorsichtig durch den Strickbund "gefädelt". Knoten rein - fertig sind die Träger!




Oberteil und Rockteil jeweils mit einer Naht zum Ring schließen...Rockteil am Saum doppelt nach innen umnähen... Rockteil oben auf die gedehnte Strickbundbreite einkräuseln und an den doppelt gelegten Strickbund (rechts auf rechts)annähen. Bündchen beim Nähen dehnen.




...und fertig ist das GRÜNE Barbiekleid!


Viel Spass beim Nachmachen!


P.S.: Wenn ich endlich einen Weg gefunden habe, die Fotos so anzuordnen, wie ich das gern hätte, ohne dabei eine Mords-Wut auf meinen Computer zu kriegen...dann...dann ginge es viel schneller, immer was Neues zu posten!
Auch die Fotos spiegeln (leider)das trübe Wetter der vergangenen Tage(...was sag´ich - Monate! wieder) - nicht´s für Ungut, jetzt scheint endlich mal die Sonne!