Dienstag, 27. August 2013

Das gewisse Etwas

Dass ich kein Freund von viel "Schnickschnack" an Kleidungsstücken oder generell allem Selbstgemachtem bin, ist aufmerksamen Lesern meines Blogs bereits bekannt.

Ich mag schlichte Formen, "weniger ist mehr" und dennoch muss man(ich) nicht auf jede Form von Verziehrungen verzichten.
Es sind nicht die großen/bunten/vielen Applikationen/Stickereien/Zierelemente, welche ins Auge fallen - einen regelrecht anspringen - die ein Stück besonders machen...

Vielmehr sind es die unauffälligen  Details, wie kleine Knopfverschlüsse oder Bändchen/Schnürungen, andersfarbiges Nähgarn/Ziernähte, Biesen, gemustertes Schrägband oder auch einfach nur kontrastfarbiges/gemustertes Futter(das einen bei jedem Anziehen des Kleidungsstückes aufs Neue erfreut) geben einem Kleidungsstück das gewisse Etwas.
Nicht immer erscheint mir der, oft recht hohe, Arbeitsaufwand für derlei "Nichtigkeiten" gerechtfertigt. Sommerhosen, die ich vornehmlich als Kombi-Basic-Teile zu Kleidern nähe, brauchen weder Taschen noch aufwendigen Hosenbund...

Dennoch reizt es mich hin und wieder etwas ganz Besonderes zu nähen:
So zum Beispiel, als sich meine Zweitälteste per Ultraschall zunächst als Junge zu erkennen gab. Enttäuscht darüber, dass aus dem geplanten Mädchen ein zweiter Junge werden sollte, beschloß ich  eine Babyhose zu nähen, die mindestens genauso niedlich sein sollte, wie ein kleines Kleidchen. Nicht ganz einfach dieses Vorhaben, wenn man auf typisch mädchenhafte Zierelemente wie Rüschen, Spitzen und Schleifen verzichten muss... Dennoch scheute ich keine Mühen, mein Vorhaben umzusetzen...






Ein schlichtes weißes Leinenkleid entfaltet seine Raffinesse erst auf den zweiten Blick:  die Knöpfchen an den Puffärmeln werden zunächst nur unbewußt wahrgenommen, erst bei genauerem Hinschauen entdeckt man die kleinen Details...





Einfarbige Kleidung gehört in jeden Kleiderschrank, doch warum sich beim Anziehen nicht einen Blick auf einen bunt gemusterten Beleg/ein buntes Schrägband gönnen?




Auch das Nähgarn muss sich nicht zwangsläufig "unsichtbar verhalten". Kontrastfarbige Nähte sind der Klassiker bei Jeans. Ein bewußt gewählter Farbkontrast zwischen Stoff und Nähgarn(auch minimal)  kann ganz dezent das gewisse Etwas ausmachen...und
ein schlichtes Satinschleifchen in der richtigen Farbwahl wird zum Hingucker, macht dominante Maschinenstickereien überflüssig...für ein Ballonkleid(dass ich übrigens erst kürzlich noch genäht habe) habe ich zum Glück ein Satinband genau in der Farbe gefunden, wie ich wollte, nämlich in einem winzig kleinen Farbunterschied zum Stoff - genau wie auch schon das Nähgarn...







Es gibt unzählige Möglichkeiten für kleine, aber feine Details ...denn "weniger ist mehr".


Samstag, 10. August 2013

...mein Blog ist anders...

Hallo,
aufgrund der Urlaubszeit habe auch ich mich in den letzten Wochen rar gemacht. Nun will ich mich mal wieder mit einigen Gedanken zurückmelden.
Mein Blog ist noch nicht sehr alt und natürlich zieht man Vergleiche mit anderen Blogs.
Es gibt viele Blogs übers Nähen, die vor allem Anfängern viel Hilfestellung geben, vom ersten Stück an, über viele Fachbegriffe und technische Vorgehensweisen, mit kostenlosen E-Books und Nähwettbewerben .
Es erscheint mir überflüssig mich noch in die Riege der Nähprofis einzureihen, da es da wirklich schon bemerkenswert gute Blogs gibt(z.B. Pattydoo) und ich mein Wissen durch Erfahrung und Erfindergeist angehäuft habe, nicht aber über eine professionelle Schneiderausbildung.
Nichts destro trotz hat es seine guten Seiten, sich nicht stets nur am "Erlernten" zu orientieren.
Vielmehr nutze ich die Freiheit, unkonventionelle Techniken und Methoden anzuwenden, zu experimentieren, um ein bestimmtes Ziel, eine Idee, ein Ergebnis, zu erreichen.
Auch Erfahrungen mit meinen Kindern im alltäglichen Leben, fließen in meinen Blog mit ein, denn was nützt eine Nähleidenschaft für schöne Kleidung, die keiner tragen will oder kann. Mein wichtigstes Gebot ist daher stets auch  den Sinn bzw. den Nutzen einer Sache auszuloten, gegebenenfalls dafür nachzu- oder auszubessern. Und auch die kleinen "Liebeleien", wie  z.B. unikate Puppenkleidung, finden ihren Platz in meinem (Privat)Leben.
Ich glaube, es ist richtig, wenn ich über das schreibe, was mich bewegt (und das sind weniger die Grundtechniken des Nähens, denn dafür habe ich ohnehin schon meinen eigenen Weg gefunden).
Ich schreibe seltener WIE ich etwas nähe, sondern eher WARUM. Was hat mich inspiriert, welcher Gedanke/welches Ereignis  ging dem voraus oder was war mein Ziel.
Ich bin ein "Freestyler", was das Nähen angeht und ich möchte dieses Lebensgefühl vermitteln oder zumindest nachvollziehbar machen - ein kleiner Einblick in die Entstehungsgeschichte viele meiner Entwürfe.

Soviel zum Inhalt meines Blogs, der sich in den letzten Wochen und Monaten so herauskristalisiert hat. Ich hoffe auch mit MEINER Art eines "Nähblogs" auf eine große Leserschaft und den ein oder anderen Kommentar.
...noch weiterhin einen schönen Urlaub/Sommer!
Liebe Grüße Karin